DIE GESCHICHTE DES PROJEKTS Vorgeschichte Ab Ende der 80'er Jahre erschienen immer mehr Abschriften von zentralen, geschichtlichen Quellen, insbesondere Kirchenbücher und Volkszählungen. Diese Arbeiten wurden in der Regel unabhängig voneinander gemacht. Folglich wurde mit vielen unterschiedlichen Dateiformaten gearbeitet und in etlichen Fällen wurde die gleiche Quelle mehrmals abgeschrieben.
1987 wurde DIS-Danmark als eine Unterabteilung innerhalb der Gesellschaft für Dänische Genealogie und Personalgeschichte für diejenige Mitglieder, welche besonders an der EDV interessiert waren, gegründet. Es war daher ganz natürlich, daß wir in DIS-Danmark ein Interesse an einer Registrierung der vorhandene Abschriften hatten.
Die Quellenübersicht
Viele Abschriften waren nur sehr wenig bekannt. In DIS-Danmark begannen wir 1992 Informationen über vorhandene Abschriften zu sammeln. In Zusammenarbeit mit dem SLA (Verband der Ortsarchive) fanden wir Informationen über insgesamt etwa 2900 Abschriften (viele davon allerdings nur auf Papier). Im Frühjahr 1993 wurde auf 96 Seiten "Die Quellenübersicht" erstellt. Diese wurde dann später auch auf Diskette verfügbar gemacht und wuchs mit der Zeit auf 4500 Quellen.
SAKI (Arbeitsgruppe für Quelleneingaben)
Im Frühjahr 1992 wurde auf Initiative von DIS-Danmark eine Arbeitsgruppe (SAKI) gegründet. Die Gruppe bestand aus 8 Personen: Finn Andersen (Landesarchiv Kopenhagen), Bjarne Birkbak (Verband der Ortsarchive), Ole Degn (Landesarchiv Viborg), Gunner Lind (Universität Kopenhagen), Hans Jørgen Marker (Dänisches Daten Archiv), Poul Olsen (Reichsarchiv), Elsebeth Paikin (DIS-Danmark) und Svend-Erik Christiansen (DIS-Danmark).
Erste SAKI-Sitzung
SAKI hatte seine erste Sitzung im Juni 1992, und kontinuierlich folgend gab es weitere Sitzungen. In diesen Sitzungen erstellten wir auf der Grundlage unserer verschiedenen Erfahrungen eine gemeinsame Grundlage für die EDV-Abschriften, insbesondere für Volkszählungen, aber auch für Kirchenbücher und andere Quellen. Für jede Volkszählung wurden Strukturen erstellt. Gemeinsame Prinzipien für die Arbeit wurden formuliert. Damit sollte erreicht werden, daß die Abschriften in größere Einheiten zusammengeführt werden können.
Die Programme KIP und WinKip
Diese Strukturen setzten die Verwendung von Datenbank-Programmen voraus. Wir konnten aber nicht erwarten, daß jeder Interessierte auch ein Datenbank-Programm zur Verfügung hatte. Auf der Grundlage des Datenbank-Programmes Paradox und der Run-Time-Version hat Elsebeth Paikin daher das Program (KIP1) entwickelt und später als (KIP2) weiterentwickelt. Damit konnten sowohl Volkszählungen als auch Kirchenbücher abgeschrieben werden. Dieses Programm lief aber nur unter MS-DOS.
Im Frühjahr 1993 erschien dann die Anleitung für Bearbeiter sowie die Datenstrukturen in der als Ausgabe Nr. 65 in der Serie "DDA Nyt".
Im Laufe der Zeit wurde klar, daß ein Programm für Windows unumgänglich wird. Nach mehreren Versuchen von verschiedenen freiwilligen Programmierern konnte das von Otto Chr. L. Thygesen entwickelte Programm WinKip schließlich im Frühjahr 1999 an die Bearbeiter ausgeliefert werden. Das Programm läuft unter Windows, ist aber nur für Volkszählungen ausgelegt. Es ist wurde daher notwendig, daß ein neues Programm für die Arbeit mit den Kirchenbüchern entwickelt wird. Dieses Programm wurde auch von Otto Chr. L. Thygesen entwickelt und der Beta-Test hat im Herbst 2002 begonnen.
KOKI (Koordinationsgruppe für Quelleneingaben)
Sehr früh wurde Gruppe KOKI etabliert. Diese bestand aus Hanne Marie Rud (DIS) und Elsebeth Paikin (DIS). Ihre Aufgabe war es, Informationen über neue Bearbeitungen zu sammeln und zu koordinieren. Dadurch sollte vor allem Doppeltarbeit vermieden werden.
Die wachsende Zahl der Abschriften seit 1992
Seit den Anfängen in den Jahren 1992-93 ist die Zahl der bei dem DDA eingelieferten Abschriften in SAKI-Format Jahr für Jahr gestiegen. Ende 1995 enthielt die Datenbank insgesamt etwa 250.000 Personen aus verschiedenen Volkszählungen. Im Jahre 2000 war die Zahl auf etwa 3.500.000 Personen gewachsen und Ende 2002 beträgt sie bereits über 6 Millionen. Auch die Geschwindigkeit ist gestiegen. Im ersten Jahr 1992 wurden Abschriften mit insgesamt 30.000 Personen eingeliefert. Im Jahre 2002 lliegt die Zahl bei etwa 2 Millionen.
Im Jubiläumsjahr 2001 wurde die Volkszählung 1801 durch eine gemeinsame Anstrengung komplett fertig gestellt. Es ist geplant in den kommenden Jahren auch die Volkszählungen 1787, 1803, 1834, 1845 und 1880 abzuschließen. Der augenblickliche Stand der verschiedenen Jahrgänge kann auf der Seite vom DDA abgelesen werden.
Der große Anstieg in der Zahl der abgelieferten Abschriften hat dazu geführt, daß die Koordinierungs-Arbeit von KOKI nicht mehr durch Freiwillige erledigt werden kann. Diese Aufgabe wurde daher von dem DDA übernommen. Für die Bearbeiter ist es natürlich von großem Vorteil, daß sie sich mit allen Anliegen von Reservierung, über Ausleihe von Vorlagen bis hin zur Abgabe an ein-und-dieselbe Stelle wenden können. Es entstehen hierdurch allerdings erhebliche Kosten weil diese Arbeiten nicht 100% innerhalb des normalen Arbeitsbereiches eines staatlichen Archives liegen, können diese Kosten nicht ohne weiteres durch den öffentlichen Etat des DDA abgedeckt werden.
Um das Defizit auszugleichen wurde verschiedene Möglichkeiten untersucht.
Im Jahre 1996 erhielt das Projekt 500.000 Kronen einer Privat-Stiftung.
Die wichtigste Kostendeckungsquelle ist aber im Moment der Verkauf von CD-ROM's mit den abgeschriebenen Quellen. Die CD's können direkt bei dem DDA bestellt werden.Die Zukunft
SAKI hatte die Aufgabe das Projekt in Gang zu bringen. Diese Aufgabe muß inzwischen als erledigt betrachtet werden. SAKI hatte daher seine letzte Sitzung im Jahre 1998. Das Projekt wird aber von vielen unterschiedlichen Gruppen getragen. Daher ist eine Abstimmung der Anstrengungen weiterhin erforderlich. Folglich wurde im Sommer 2000 eine neue Gruppe ins Leben gerufen. Diese Gruppe trägt der Name 'Kildeindtastningskomiteen' (KIK) und hier versammeln sich die Vertreter der verschiedenen Interessenten wie DIS-Danmark, DDA, Archive und nicht zuletzt die Bearbeiter und Korrekturleser.
(Quelle: Svend-Erik Christiansen: "Kildeindtastningsprojektet og folketællingen 1801", Personalhistorisk Tidsskrift 2000:2, s. 257-65 - gekürzt)